Wie sind Gratis-Produkte zu versteuern?

Influencerinnen in Wien mit einem Ela Mo Rucksack bei einer Contentproduktion von Contentreich

Immer mehr Unternehmen setzen auf Influencer:innen, Blogger:innen und andere Content Creator, um Produkte zu präsentieren und neue Zielgruppen zu erreichen. 

Die Influencer:innen, Blogger:innen und Content Creator beginnen oftmals ihre berufliche Karriere als Hobby oder zum Zweck der privaten Selbstdarstellung und nicht als betriebliche Tätigkeit. Mit steigender Anzahl von Followern kann sich daraus auch schnell eine steuerpflichtige Tätigkeit entwickeln. Das sind in oftmals gesponserte Beiträge, Produktplatzierungen oder Werbung.

Wie sind Gratis-Produkte zu versteuern? (Testprodukte, Gratisdienstleistungen)

Eine gewisse Überschneidung zum privaten Bereich kann aber vorliegen. Das wird besonders beim Bewerben von Produkten aus den Bereichen Mode, Körperpflege und ähnlichem der Fall sein. Die Auftraggeber (Produzenten oder Händler) stellen die zu bewerbenden Produkte häufig zur Verfügung. Das können Testprodukte (Samples) sein. Genauso können es Gratisdienstleistungen sein. 

Damit stellt sich in der Folge die Frage, was gehört zur (steuerpflichtigen) betrieblichen Tätigkeit und was ist privat?

Dieser Beitrag gibt einen praxisnahen Überblick für Selbstständige, Blogger:innen und Creator.

1. Grundregel: Gratis-Produkte sind Betriebseinnahmen

Was eine sogenannte Betriebseinnahme ist, ist gesetzlich nicht geregelt. Der Verwaltungsgerichtshof definiert sie als „betrieblich veranlasste Wertzugänge in Geld oder geldwerten Vorteilen“. Im Ergebnis sind das Einnahmen aus dem Verkauf von Waren oder Dienstleistungen. Die Einnahme muss nicht durch Geld erfolgen. Auch Sachgüter können als (steuerpflichtige) Einnahmen gelten. Folglich können auch die oben genannten Testprodukte und Gratisdienstleistungen steuerpflichtig sein. 

2. Wann ist eine Gratis-Zuwendung steuerpflichtig?

Es braucht einen Zusammenhang zur betrieblichen Tätigkeit, damit die Zuwendung steuerpflichtig ist. Dieser Zusammenhang kann aber auch mittelbar sein. Auch ein (schriftlicher) Vertrag oder eine klare Gegenleistung ist nicht notwendig, um eine Steuerpflicht auszulösen.

Wird für das Produkt geworben, wird eine Betriebseinnahme vorliegen.

Ausnahme wäre, wenn es sich kleine Aufmerksamkeiten handelt. Größere Zuwendungen, wie z.B. Gratisflüge einer Fluglinie werden in der Regel eine Einnahme sein.

3. Bewertung: Wie wird der Wert der Produkte ermittelt?

Der Wert entspricht dem üblichen Endpreis des Produktes abzüglich üblicher Rabatte. Relevant ist also der Preis, den man bezahlen müsste, wenn man das Produkt selbst kaufen würde. Hier wird man in der Praxis Vergleichspreise gut dokumentieren müssen, um später nicht in Erklärungsnot zu geraten.

4. Umsatzsteuer

Für Kleinunternehmer:innen (Umsätze bis EUR 55.000) fällt keine Umsatzsteuer an. Ansonsten sind unentgeltliche Zuwendungen grundsätzlich umsatzsteuerlich zu erfassen.

5. Praktische Tipps

Die Abgrenzung zwischen privat und beruflich ist einzelfallabhängig und nicht immer leicht. Es braucht daher eine klare Dokumentation. Für spätere Prüfungen durch die Behörden, sollte daher klar dokumentiert werden, was mit den Produkten passiert. Wurden diese beispielsweise ausschließlich zu Werbezwecken genutzt und nachher wieder retourniert? Oder wurden sie nachher privat verwendet?

Am Ende werden die Steuerpflichtigen, Beweismittel vorlegen müssen.

Fazit

Aufgrund der schweren Abgrenzbarkeit zwischen privat und Beruf, ergeben sich in der Praxis häufig Fragen. Gerade aufgrund der öffentlichen Arbeit von Influencer:innen, Blogger:innen und Content Creator bleibt die Tätigkeit der Finanzverwaltung nicht verborgen. Darüber hinaus erleben wir stärke Meldeverpflichtungen von Online-Plattformen an die Finanzämter und einen verstärken Datenaustausch der Behörden in der EU. Die Prüfung kann daher für die Finanzverwaltung leichter werden.

Wer rechtzeitig professionellen Rat einholt und für eine gute Dokumentation sorgt, erlebt später keine schlaflosen Nächte währen eines Finanzstrafverfahrens.

Zum Autor:

Pfeilgrau Steuerberatung ist Ihr moderner Partner in Baden mit einem starken Netzwerk und dem klaren Anspruch: höchste Servicequalität, nah am Menschen.

Durch den fachlichen Austausch im Pfeilgrau Netzwerk und als Mitglied der Austrian Experts wird praxisnahe, zukunftsorientierte Beratung geboten. Mit digitalen BMD-Schnittstellen und klaren Prozessen ermöglichen wir effiziente Zusammenarbeit – unabhängig von der Unternehmensgröße.

Harald Schachl ist Steuerberater und lokaler Ansprechpartner in Baden. Als Experte steht er vor allem in den Bereichen Sozialversicherung und Einkommensteuer zur Verfügung.

Humor im Social Media Marketing: Warum Lachen die beste Content-Strategie ist

Virales Reel der Bäckerei Bernhard - Instagram Marketing - Humor im Social Media Marketing

Humor als Schlüssel im Social Media Marketing

Social Media ist schnelllebig, visuell und überfüllt. Unternehmen konkurrieren täglich um die Aufmerksamkeit der Nutzer:innen. Doch eine Zutat sticht heraus: Humor.

Beiträge, die Menschen zum Lachen bringen, bleiben im Gedächtnis, werden öfter geteilt und schaffen Nähe. Marken wie die Bäckerei Bernhard beweisen, dass man mit Humor, Herz und ehrlichen Einblicken enorme Reichweiten erzielen kann – sogar drei Monate in Folge mit über 1 Million Aufrufen auf Instagram.

Doch warum funktioniert Humor im Social Media Marketing so gut, wie können Unternehmen ihn authentisch einsetzen und worauf gilt es zu achten?

Warum funktioniert Humor im Social Media Marketing so gut?

Es hat unterschiedliche Gründe, die hier zusammenspielen und Humor als Teil einer Social Media Strategie so erfolgreich machen. Diese sind:

Humor weckt Emotionen und bleibt im Gedächtnis

Humorvolle Inhalte lösen positive Gefühle aus. Lachen aktiviert Dopamin im Gehirn – wir erinnern uns besser und verbinden die Emotion mit der Marke.

Humor steigert die Wahrscheinlichkeit von Shares

Wer lacht, teilt den Moment gerne mit anderen. Humorvolle Beiträge haben daher eine deutlich höhere Chance, viral zu gehen.

Humor macht Marken menschlich

Ob Handwerksbetrieb oder Konzern: Humor bricht die Distanz zwischen Unternehmen und Community. Er zeigt Persönlichkeit und macht eine Marke nahbar.

Welche Vorteile bietet Humor für Unternehmen?

1. Reichweite & Engagement

Witzige Inhalte erhalten überdurchschnittlich viele Likes, Kommentare und Shares. Das stärkt die Sichtbarkeit.

2. Sympathie & Markenbindung

Eine Marke, die Humor zeigt, wirkt sympathisch. Kund:innen fühlen sich verbunden und interagieren häufiger.

3. Employer Branding

Humorvolle Kommunikation gibt Einblicke in die Unternehmenskultur. Das macht Unternehmen auch für potenzielle Mitarbeiter:innen attraktiver.

4. Storytelling & Markenimage

Humor ist ein Türöffner für Storytelling. Er erlaubt es, Botschaften leicht verständlich und emotional aufzuladen.

Welche Arten von Humor eignen sich für Social Media?

  • Alltagskomik: Kleine Missgeschicke oder witzige Situationen aus dem Betrieb.
  • Selbstironie: Über sich selbst lachen, statt perfekt sein zu wollen.
  • Wortspiele & Memes: Leichte Unterhaltung, die Trends aufgreift.
  • Situationshumor: Humorvolle Reaktionen auf aktuelle Ereignisse oder Branchentrends.

Dos & Don’ts: Worauf sollten Unternehmen achten?

Dos

  • Authentisch bleiben: Humor muss zur Marke passen.
  • Zielgruppe verstehen: Nicht jeder Witz kommt überall an.
  • Kulturellen Kontext beachten: Ein Witz, der in Österreich funktioniert, kann in Deutschland oder international missverstanden werden.
  • Kombination mit Einblicken: Humor wird besonders stark, wenn er echte Geschichten erzählt.

Don’ts

  • Keine Witze auf Kosten anderer: Respekt ist die Grundlage.
  • Keine heiklen Themen: Politik, Religion, Krisen sind tabu.
  • Nicht überinszenieren: Zwanghafter Humor wirkt künstlich und unnatürlich.

Praxisbeispiel: Humor mit Herz bei der Bäckerei Bernhard

Die Bäckerei Bernhard zeigt, wie Humor im Social Media Marketing funktioniert.

  • Strategie: Humorvolle Posts, kombiniert mit ehrlichen Einblicken in den Familienbetrieb.
  • Authentizität: Kein Hochglanz, sondern echte Menschen, echtes Handwerk und kleine Alltagsmomente.
  • Ergebnis: Viele Erfolge – unter anderem drei Monate in Folge über 1 Million Aufrufe auf Instagram – mit Content, der Menschen nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Fühlen bringt.

Das Beispiel zeigt, dass es nicht die großen Produktionsbudgets sind, die Reichweite bringen, sondern Authentizität und Humor.

Tipps für Unternehmen: Wie lässt sich Humor umsetzen?

1. Humor als Format etablieren

Ein fester Platz im Content-Plan, z. B. „Freitagswitz aus dem Team“ oder ein wiederkehrendes Meme-Format.

2. Alltägliche Einblicke nutzen

Das Team beim Arbeiten, kleine Pannen oder charmante Momente – solche Szenen wirken authentisch und sympathisch.

3. Humor mit Storytelling verbinden

Eine Geschichte bleibt länger im Kopf als ein einzelner Gag. Humor macht Storytelling unterhaltsam.

4. Mut zur Imperfektion

Ein Handyvideo mit einer lustigen Szene kann mehr Wirkung haben als eine teure Kampagne. Echtheit zählt mehr als Perfektion.

5. Trends beobachten

Memes, Sounds und aktuelle Trends lassen sich humorvoll aufgreifen. Solange sie zur Marke passen.

Humor als Erfolgsrezept für Social Media

Humor ist eine der stärksten Strategien im Social Media Marketing. Er sorgt für Aufmerksamkeit, bleibt im Gedächtnis und schafft Nähe zwischen Marke und Community.

Besonders wirksam wird Humor, wenn er mit Herz und ehrlichen Einblicken kombiniert wird – so wie bei der Bäckerei Bernhard. Das Ergebnis: nicht nur hohe Reichweiten, sondern vor allem eine echte Verbindung zu den Menschen.

Unternehmen, die Humor authentisch einsetzen, heben sich von der Masse ab, wirken nahbarer und bauen Communities auf, die langfristig treu bleiben.Oder wie man sagen könnte: Humor ist das Brot, das in Social Media nie alt wird.

Du weißt nicht, wie und wo du anfangen sollst? Hier entlang!

Von der simplen Wegbeschreibung zum erfolgreichsten Post des Monats

Simples Reel, hohe Reichweite

Auch scheinbar kleine Themen können auf Social Media eine enorme Wirkung entfalten. Das zeigt ein aktuelles Beispiel unseres Kunden Christian Oberger, Busunternehmer und Visionär in Sachen nachhaltige Mobilität.

Die Idee: Einfach, verständlich, nahbar

Die Idee war simpel: Eine Video-Wegbeschreibung zum E-Ladepark in Brunn am Gebirge. Gefilmt aus einem fahrenden Auto, klar strukturiert in einzelne Schritte, begleitet von rockiger, mitreißender Musik. Keine aufwändige Produktion, kein Hochglanz-Imagefilm – sondern authentischer, praktischer Content.

Das Ergebnis: Reichweite durch Relevanz

Der Beitrag entwickelte sich schnell zum erfolgreichsten Post im August – rein organisch.

  • Über 37.000 Aufrufe auf Facebook
  • Mehr als 23.000 Aufrufe auf Instagram

Die Resonanz zeigt: Auch ein vermeintliches „Nischenthema“ wie die Anfahrt zu einer E-Ladestation kann große Aufmerksamkeit erzeugen – wenn die Umsetzung klar, nützlich und unterhaltsam ist.

Warum funktioniert das so gut?

  • Relevanz: Ladeinfrastruktur ist ein aktuelles Thema, das viele bewegt.
  • Einfachheit: Der Content ist direkt verständlich und leicht konsumierbar.
  • Storytelling: Durch den Hook „Was passiert, wenn man…“ wird Neugier geweckt.
  • Authentizität: Kein perfektes Hochglanz-Video, sondern eine nachvollziehbare Alltags-Szene.
Erfolgreiches Reel: Ziel erreicht!

Takeaway für Unternehmen

Dieses Beispiel zeigt, dass Social Media-Erfolg nicht zwingend von großen Produktionen abhängt. Viel wichtiger ist, die richtige Idee zu haben und diese so umzusetzen, dass sie für die Zielgruppe nützlich, relevant und leicht zugänglich ist.

👉 Unser Fazit: Auch kleine Inhalte können große Wirkung entfalten – wenn sie die Bedürfnisse der Zielgruppe treffen.