Einfache Alltags-Clips als Publikumsmagnet: B-Roll-Monat bei Gradwohl

B-Roll-Video bei Gradwohl

Nicht jeder Social-Media-Erfolg braucht ein aufwändiges Setup, ein Skript oder eine durchgeplante Produktion. Ein aktuelles Beispiel aus der Praxis zeigt, wie viel Reichweite in scheinbar simplem Content stecken kann: Bei der Bäckerei Gradwohl erzielen sogenannte B-Rolls, also kurze, unkommentierte Einblicke in den Arbeitsalltag, seit Wochen Ergebnisse, die weit über das hinausgehen, was aufwendig produzierte Inhalte oft liefern.

Aber von vorne:

Was bedeutet B-Roll?

Der Begriff kommt aus eigentlich der Filmproduktion: Als B-Roll bezeichnet man ergänzendes Bildmaterial, das ohne direkte Erzählung oder Sprecher auskommt – im Gegensatz zum „A-Roll“, also dem Hauptmaterial mit Interview oder Moderation. Im Handwerksbetrieb heißt das konkret: die Hände, die den Teig formen. Die Maschine, die knetet. Der Ofen, der die Brote ausstößt. Kein Text, keine Erklärung, kein aufwändiger Schnitt. Einfach echte Arbeit, so wie sie ist.

Auf Social Media hat sich daraus ein eigenständiges Content-Format entwickelt: kurze, atmosphärische Prozess-Clips, die pur für sich stehen und trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, oft enorm gut performen.

Warum funktionieren B-Rolls so gut

Der Erfolg dieses Formats lässt sich auf zwei Faktoren zurückführen:

  • Geringer Produktionsaufwand: Kein Skript, kein Sprechertext, keine aufwendige Postproduktion. Ein kurzer Moment im Arbeitsalltag reicht als Ausgangsmaterial.
  • Der entscheidende Faktor liegt aber im Blick fürs Detail: Es braucht ein gutes Auge für einen wirklich befriedigenden („satisfying“) Hook. Das heißt: diesen einen Moment, der sofort Aufmerksamkeit bindet: Teigkugeln, die perfekt in Reihe geformt werden, ein Knethaken, der sich durch den Teig dreht, geschickte Handgriffe im Rhythmus der Arbeit.

Genau diese Kombination aus Echtheit und visueller Befriedigung macht B-Rolls auf Plattformen wie Instagram und Facebook so widerstandsfähig gegen Algorithmus-Müdigkeit: Sie brauchen keine Erklärung, um zu funktionieren.

Der Praxisfall: B-Rolls bei der Bäckerei Gradwohl

Wie stark dieses Prinzip in der Praxis wirkt, zeigen zwei aktuelle Beispiele aus dem Instagram-Kanal der Bäckerei Gradwohl:

Reel 1 – „Was gibt es Besseres, als frisch gebackenes Brot…„

  • 59.467 Aufrufe
  • 42.800 Betrachter:innen
  • 304 Likes, 7 Kommentare, 4 Shares, 21 Speicherungen
  • 24 neue Follower direkt aus diesem einen Video

Reel 2 – „Wer braucht schon Meeresrauschen?„

  • 52.745 Aufrufe
  • 35.609 Betrachter:innen
  • 218 Likes, 3 Kommentare, 6 Shares, 10 Speicherungen
  • 14 neue Follower

Beide Clips liegen bei einer durchschnittlichen Wiedergabedauer von 11 Sekunden – bei kurzen, dichten B-Roll-Formaten ein starker Wert, der zeigt: Die Zuschauer:innen bleiben dran, statt sofort weiterzuscrollen.

Im Gesamtüberblick des Instagram-Kanals der letzten 30 Tage sind diese beiden B-Rolls die mit Abstand meistgesehenen Inhalte überhaupt – noch vor allen anderen Reels, Stories und Beiträgen.

Der Effekt auf den gesamten Kanal

Auch auf Facebook laufen B-Roll-Inhalte bei der Bäckerei Gradwohl außergewöhnlich gut. Dort sogar mit vier Clips, die noch deutlich höhere Zahlen erzielen als auf Instagram. Das schlägt sich in den Gesamtzahlen der Facebook-Seite für den Zeitraum 13. Juli bis 9. August 2026 nieder:

  • 1,0 Mio. Aufrufe (+89,3 % im Vergleich zum Vorzeitraum)
  • 493.438 Betrachter:innen (+85,8 %)
  • 456.734 3-Sekunden-Aufrufe bei Videos und Reels (+102,8 %)
  • 102 Tage, 9 Std. Wiedergabedauer insgesamt (+77,9 %)
  • 2.138 neue Follower (+32,2 %)
  • 8.946 Content-Interaktionen (+40,6 %)
  • 17.509 Seitenaufrufe (+94,7 %)

Nahezu jede Kennzahl hat sich im Vergleich zum vorherigen Zeitraum verdoppelt oder liegt zumindest deutlich im positiven Bereich. Das zeigt: Der Effekt beschränkt sich nicht auf einzelne virale Clips, sondern wirkt sich messbar auf die Performance des gesamten Kanals aus.

Was Unternehmen daraus mitnehmen können

Der Fall Gradwohl macht ein Prinzip sichtbar, das sich auf viele Betriebe mit sichtbarem, handwerklichem Arbeitsalltag übertragen lässt – ob Bäckerei, Produktion oder Werkstatt:

  • Authentizität schlägt Perfektion. Nutzer:innen wollen echte Einblicke sehen, keine inszenierten Hochglanz-Szenen.
  • Der Hook entscheidet. Nicht die Ausstattung macht ein Video erfolgreich, sondern das Gespür dafür, welcher Moment im Arbeitsablauf visuell trägt.
  • Kurzformate zahlen auf den gesamten Kanal ein. Einzelne starke B-Rolls erhöhen nicht nur ihre eigene Reichweite, sondern ziehen die Performance des gesamten Profils nach oben.

Wer im eigenen Betrieb Content produziert, muss also nicht zwingend die aufwendigste Produktion anstreben. Oft reicht es, die Kamera dort laufen zu lassen, wo echte Arbeit passiert – und den richtigen Moment zu erkennen.

Wenn Social Media es auf die Titelseite schafft: Wie Gradwohl zur Erfolgsgeschichte wurde

Titelstory Gradwohl - Social Media Erfolg

Es gibt so Kundenprojekte, die sind einfach der Wahnsinn – da folgt einfach eine Erfolgsmeldung nach der anderen. Wie beispielsweise bei Gradwohl.

Die österreichische Bio Vollwert Bäckerei Gradwohl ist aktuell die Titelstory der Österreichischen Bäcker & Konditor Zeitung und darin wird auch erwähnt, welchen Beitrag Social Media zum Erfolg der Bäckerei leistet. Und ja: Dass dabei auch unsere Arbeit von Contentreich erwähnt wird, macht uns natürlich stolz. Aber ehrlich gesagt geht es uns dabei um etwas viel Größeres als nur eine Erwähnung in einer Zeitung.

Denn hinter solchen Geschichten steckt weit mehr als ein einzelnes virales Video oder ein erfolgreicher Social-Media-Post.

Was erfolgreiche Social-Media-Strategien wirklich ausmacht

Viele Menschen sehen auf Instagram, TikTok oder Facebook am Ende nur das fertige Video.

Was man nicht sieht: die vielen Stunden dahinter.

  • Die Strategie-Calls.
  • Die Content-Drehs.
  • Die spontanen Ideen zwischendurch.
  • Die Abstimmungen.
  • Die Telefonate.
  • Die Diskussionen über neue Formate.
  • Das Verwerfen von Ideen.
  • Das gemeinsame Optimieren.

Und genau das ist der Teil, der erfolgreiche Social-Media-Arbeit wirklich ausmacht. Denn nachhaltiger Erfolg entsteht nicht durch Zufall. Er entsteht durch Kontinuität.

Warum Gradwohl auf Social Media so gut funktioniert

Als wir die Zusammenarbeit mit Gradwohl gestartet haben, war schnell klar: Die größte Stärke der Marke ist neben dem Produkt vor allem eines: die Menschen dahinter.

Die Familie.
Das Handwerk.
Die Geschichten aus der Backstube.
Die Leidenschaft für echte Lebensmittel.
Und die Bereitschaft, authentische Einblicke zu geben.

Daraus entstand die gemeinsame Content-Strategie. Statt auf klassische Werbung setzt Gradwohl bewusst auf echte Momente aus dem Alltag:

  • Einblicke in die Backstube
  • humorvolle Videos
  • spontane Ideen
  • persönliche Gedanken von Geschäftsführer Oliver Gradwohl
  • ehrliche Geschichten aus dem Familienbetrieb

Und genau diese Authentizität sorgt dafür, dass sich Menschen mit der Marke (und mit den Menschen dahinter) verbunden fühlen.

Social Media als echter Wachstumstreiber

Heute folgen der Bäckerei zehntausende Menschen auf Instagram, Facebook und TikTok. Die Videos erreichen regelmäßig hunderttausende bis Millionen Aufrufe. Doch Reichweite allein ist nicht das Entscheidende.

Viel wichtiger ist: Die Inhalte wirken sich direkt auf das Unternehmen aus. Mehr Sichtbarkeit bringt mehr Aufmerksamkeit für die Marke, stärkt die Kundenbindung und sorgt auch wirtschaftlich für spürbare Ergebnisse.

Besonders schön ist dabei zu sehen, dass Social Media inzwischen sogar den Weg in klassische Medien findet, etwa als Titelstory der Österreichischen Bäcker & Konditor Zeitung.

Das zeigt einmal mehr: Social Media ist längst kein zusätzlicher Marketingkanal mehr.
Es ist heute ein zentraler Teil moderner Markenkommunikation.

Was uns an dieser Zusammenarbeit besonders beeindruckt

Vielleicht ist genau das der Grund, warum uns diese Geschichte so freut: Gradwohl hat nie aufgehört, an die eigene Marke zu glauben. Auch in herausfordernden Zeiten.

Gerade dann, wenn viele Unternehmen zuerst ihre Sichtbarkeit reduzieren, hat Gradwohl weiterhin auf Kommunikation, Nähe und Community gesetzt. Und genau dieser Mut zahlt sich heute aus. 

Ganz wichtig zu betonen: Solche Erfolgsgeschichten entstehen nie alleine, sowas geht nur gemeinsam. 🙌

Wenn Social Media es auf die Titelseite schafft: Warum uns die Erfolgsgeschichte von Gradwohl besonders stolz mach

Social Media Upgrade für die Hotels ibis und Novotel Wien Hauptbahnhof

Wir freuen uns, dass wir Anfang dieses Jahres die Zusammenarbeit mit ibis und Novotel am Wiener Hauptbahnhof starten durften. Gemeinsam setzen wir auf eine maßgeschneiderte Social Media-Strategie, die nicht nur die Guest Journey verlängert, sondern auch die Gäste-Erfahrung im Hotel nachhaltig prägt.


Schau gern rein, was sich auf Instagram bei Novotel Wien Hauptbahnhof und ibis Wien Hauptbahnhof so tut!


Vom Check-in zum Check-out: Wie Social Media die Guest Journey im Hotel verlängert

Der erste Kontakt mit einem Hotel findet heute nur noch selten an der Rezeption statt, er passiert im Feed. Auf Instagram, TikTok oder Google entsteht der erste Eindruck, lange bevor ein Gast eincheckt. Genau dort beginnt die Guest Journey im Hotel, die durch Social Media Marketing in der Hotellerie maßgeblich geprägt wird.

Hotels, die Social Media lediglich als zusätzlichen Marketingkanal betrachten, verschenken enormes Potenzial. Denn strategisch eingesetzt begleitet Social Media Gäste vor, während und nach ihrem Aufenthalt, oft unsichtbar, aber hochwirksam. Damit wird Social Media zu einem festen Bestandteil der Guest Experience im Hotel.

Der Aufenthalt beginnt vor der Anreise: Social Media als Inspirationsquelle

Bevor eine Buchung erfolgt, wird recherchiert, verglichen und gescrollt. Reels, Bilder und Stories haben klassische Hotelprospekte längst abgelöst. Nicht Zimmergrößen oder Preislisten überzeugen, sondern Atmosphäre, Lage und Gefühl.

Genau hier zeigt sich die Stärke von Social Media für Hotels: Plattformen wie Instagram oder Google ermöglichen es, Emotionen zu transportieren, Stimmungen zu erzeugen und Erwartungen aufzubauen. Gäste buchen nicht nur ein Zimmer, sie buchen ein Erlebnis. Gerade urbane Stadthotels haben dabei einen klaren Vorteil. Sie sind Teil des Stadtlebens, Dreh- und Angelpunkt für Business- und Freizeitreisende und oft der erste Berührungspunkt mit einer neuen Destination. Hotel Social Media Marketing macht diese Rolle sichtbar: emotional, authentisch und in Echtzeit.

In unserer Arbeit mit Hotels in zentraler Lage, etwa rund um den Wiener Hauptbahnhof, zeigt sich immer wieder: Wenn Social Media nicht nur informiert, sondern inspiriert, wird es zum entscheidenden Faktor in der Buchungsentscheidung.

Vertrauen entsteht im Dialog, nicht im Werbetext

Nach der Inspirationsphase folgt die Entscheidung. Auch hier spielt Social Media in der Hotellerie eine zentrale Rolle. Kommentare, Bewertungen und Direktnachrichten fungieren heute als digitale Rezeption.

Potenzielle Gäste achten besonders auf:

  • Wie schnell wird auf Kommentare oder Nachrichten reagiert?
  • Wie persönlich und verbindlich ist der Ton?
  • Wie professionell geht ein Hotel mit Kritik oder Rückfragen um?

Social Media ist damit längst Teil des Service-Versprechens eines Hotels. Wer präsent, aufmerksam und konsistent kommuniziert, baut Vertrauen auf, häufig noch bevor eine Buchung abgeschlossen wird. Das Zusammenspiel aus Content-Strategie, Community Management und Social Proof ist ein zentraler Bestandteil moderner Hotelkommunikation auf Social Media. Es prägt die Markenwahrnehmung nachhaltiger als jede klassische Werbebotschaft.

Während des Aufenthalts: Social Media als stiller Begleiter

Ist der Gast erst einmal vor Ort, wird Social Media nicht weniger relevant. Hotels werden zur Kulisse für Stories, Reels und Fotos. Gäste teilen Eindrücke aus der Lobby, vom Frühstück oder aus der Bar, oft in Echtzeit.

Für Hotels eröffnet das mehrere strategische Chancen:

  • User-generated Content steigert Reichweite und Glaubwürdigkeit
  • Reposts und Interaktionen verlängern das Erlebnis
  • Das Hotel wird Teil der persönlichen Urlaubserinnerung

Richtig eingesetzt begleitet Social Media den Aufenthalt unaufdringlich, aber konstant. Es verstärkt positive Erlebnisse, ohne sie zu stören. Vorausgesetzt, es ist Teil einer klaren Social Media Strategie für Hotels und kein Selbstzweck.

Nach dem Check-out: Warum die Guest Journey hier nicht endet

Der physische Aufenthalt endet mit dem Check-out, aber die digitale Beziehung nicht. Bewertungen werden verfasst, Beiträge kommentiert, Erinnerungen geteilt. Social Media sorgt dafür, dass das Hotelerlebnis präsent bleibt und schafft die Grundlage für Wiederkehr und Markenbindung.

Gerade im Hotelmarketing ist das entscheidend: Stammgäste entstehen nicht durch Rabatte, sondern durch emotionale Bindung. Social Media Marketing für Hotels hält diese Verbindung aufrecht – zwischen zwei Aufenthalten, manchmal sogar über Jahre hinweg.

Warum Social Media und Stadthotels besonders gut zusammenpassen

Stadthotels vereinen viele Eigenschaften, die auf Social Media besonders gut funktionieren:

  • Bewegung und Ankommen
  • Internationalität und Vielfalt
  • Wechselnde Zielgruppen
  • Nähe zu Events, Business und Kultur

Hotels wie das Novotel Wien Hauptbahnhof oder das ibis Hotel zeigen, wie stark Lage, Alltag und Storytelling ineinander greifen können. Social Media übersetzt diese Dynamik in Inhalte, die nicht werblich wirken, sondern relevant und erlebbar sind.

Fazit: Social Media ist Teil der Guest Experience im Hotel

Social Media ist heute kein netter Zusatz mehr, es ist ein integraler Bestandteil der Guest Journey im Hotel. Es inspiriert vor der Buchung, begleitet den Aufenthalt und verlängert das Erlebnis weit über den Check-out hinaus. Hotels, die ihre Geschichte erzählen, statt nur Angebote zu posten, bleiben im Kopf. Und Marken, die Social Media als Service verstehen, schaffen echte Beziehungen.

Wir versetzen uns als Social Media Agentur in die Gäste und denken soziale Medien und die User Journey aus deren Sicht, von der ersten Impression bis zur Wiederbuchung.

Auf eine großartige Zusammenarbeit!

Wie sind Gratis-Produkte zu versteuern?

Influencerinnen in Wien mit einem Ela Mo Rucksack bei einer Contentproduktion von Contentreich

Immer mehr Unternehmen setzen auf Influencer:innen, Blogger:innen und andere Content Creator, um Produkte zu präsentieren und neue Zielgruppen zu erreichen. 

Die Influencer:innen, Blogger:innen und Content Creator beginnen oftmals ihre berufliche Karriere als Hobby oder zum Zweck der privaten Selbstdarstellung und nicht als betriebliche Tätigkeit. Mit steigender Anzahl von Followern kann sich daraus auch schnell eine steuerpflichtige Tätigkeit entwickeln. Das sind in oftmals gesponserte Beiträge, Produktplatzierungen oder Werbung.

Wie sind Gratis-Produkte zu versteuern? (Testprodukte, Gratisdienstleistungen)

Eine gewisse Überschneidung zum privaten Bereich kann aber vorliegen. Das wird besonders beim Bewerben von Produkten aus den Bereichen Mode, Körperpflege und ähnlichem der Fall sein. Die Auftraggeber (Produzenten oder Händler) stellen die zu bewerbenden Produkte häufig zur Verfügung. Das können Testprodukte (Samples) sein. Genauso können es Gratisdienstleistungen sein. 

Damit stellt sich in der Folge die Frage, was gehört zur (steuerpflichtigen) betrieblichen Tätigkeit und was ist privat?

Dieser Beitrag gibt einen praxisnahen Überblick für Selbstständige, Blogger:innen und Creator.

1. Grundregel: Gratis-Produkte sind Betriebseinnahmen

Was eine sogenannte Betriebseinnahme ist, ist gesetzlich nicht geregelt. Der Verwaltungsgerichtshof definiert sie als „betrieblich veranlasste Wertzugänge in Geld oder geldwerten Vorteilen“. Im Ergebnis sind das Einnahmen aus dem Verkauf von Waren oder Dienstleistungen. Die Einnahme muss nicht durch Geld erfolgen. Auch Sachgüter können als (steuerpflichtige) Einnahmen gelten. Folglich können auch die oben genannten Testprodukte und Gratisdienstleistungen steuerpflichtig sein. 

2. Wann ist eine Gratis-Zuwendung steuerpflichtig?

Es braucht einen Zusammenhang zur betrieblichen Tätigkeit, damit die Zuwendung steuerpflichtig ist. Dieser Zusammenhang kann aber auch mittelbar sein. Auch ein (schriftlicher) Vertrag oder eine klare Gegenleistung ist nicht notwendig, um eine Steuerpflicht auszulösen.

Wird für das Produkt geworben, wird eine Betriebseinnahme vorliegen.

Ausnahme wäre, wenn es sich kleine Aufmerksamkeiten handelt. Größere Zuwendungen, wie z.B. Gratisflüge einer Fluglinie werden in der Regel eine Einnahme sein.

3. Bewertung: Wie wird der Wert der Produkte ermittelt?

Der Wert entspricht dem üblichen Endpreis des Produktes abzüglich üblicher Rabatte. Relevant ist also der Preis, den man bezahlen müsste, wenn man das Produkt selbst kaufen würde. Hier wird man in der Praxis Vergleichspreise gut dokumentieren müssen, um später nicht in Erklärungsnot zu geraten.

4. Umsatzsteuer

Für Kleinunternehmer:innen (Umsätze bis EUR 55.000) fällt keine Umsatzsteuer an. Ansonsten sind unentgeltliche Zuwendungen grundsätzlich umsatzsteuerlich zu erfassen.

5. Praktische Tipps

Die Abgrenzung zwischen privat und beruflich ist einzelfallabhängig und nicht immer leicht. Es braucht daher eine klare Dokumentation. Für spätere Prüfungen durch die Behörden, sollte daher klar dokumentiert werden, was mit den Produkten passiert. Wurden diese beispielsweise ausschließlich zu Werbezwecken genutzt und nachher wieder retourniert? Oder wurden sie nachher privat verwendet?

Am Ende werden die Steuerpflichtigen, Beweismittel vorlegen müssen.

Fazit

Aufgrund der schweren Abgrenzbarkeit zwischen privat und Beruf, ergeben sich in der Praxis häufig Fragen. Gerade aufgrund der öffentlichen Arbeit von Influencer:innen, Blogger:innen und Content Creator bleibt die Tätigkeit der Finanzverwaltung nicht verborgen. Darüber hinaus erleben wir stärke Meldeverpflichtungen von Online-Plattformen an die Finanzämter und einen verstärken Datenaustausch der Behörden in der EU. Die Prüfung kann daher für die Finanzverwaltung leichter werden.

Wer rechtzeitig professionellen Rat einholt und für eine gute Dokumentation sorgt, erlebt später keine schlaflosen Nächte währen eines Finanzstrafverfahrens.

Zum Autor:

Pfeilgrau Steuerberatung ist Ihr moderner Partner in Baden mit einem starken Netzwerk und dem klaren Anspruch: höchste Servicequalität, nah am Menschen.

Durch den fachlichen Austausch im Pfeilgrau Netzwerk und als Mitglied der Austrian Experts wird praxisnahe, zukunftsorientierte Beratung geboten. Mit digitalen BMD-Schnittstellen und klaren Prozessen ermöglichen wir effiziente Zusammenarbeit – unabhängig von der Unternehmensgröße.

Harald Schachl ist Steuerberater und lokaler Ansprechpartner in Baden. Als Experte steht er vor allem in den Bereichen Sozialversicherung und Einkommensteuer zur Verfügung.